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Wirbel

Mein Wintertrainingslagerbelagererbericht

13.02.2009, 15:07

So, wie bereits angedroht, wollte auch ich noch ein paar Eindrücke und Anekdoten aus Antalya zum besten geben.

Zur Einstimmung hier ein wenig „türkische Basarmusik“ als musikalische Unterspielung: http://www.youtube.com/watch?v=OISqIeYSAWw :D



Die Anreise...

...war im Grunde sehr easy. Dienstag früh um 3:30 mit dem Cracauer und Tim am Pechauer Platz getroffen, rein in den Bus und ab in den Urlaub! ;! In Cracau stieg dann noch der Wintertrainingslagerwlanbelagerer Toby dazu und schon waren wir zu viert. Vor dem Bahnhof begrüßten uns dann die ersten bierbewaffneten Clubfans und schon bald ging es per Zug nach Hannova Hbf. Dort noch eben in die S-Bahn umgestiegen, die uns direkt zum Flughafen brachte und dann begann auch schon das große Warten. Die 2 Stunden Wartezeit, bis es endlich losging, nervten ganz schön :(

Für die wohl erste Anekdote der Reise sorgte wohl ich persönlich. Kaum öffneten sich die 3 Schalter der Gepäckaufgabe, bildeten sich dort drei schier endlose Schlangen. Da Wirbel aber höchst ungerne irgendwo ansteht (muß wohl noch auf DDR-Zeiten zurückzuführen sein :D ), wollte er erstmal abwarten, bis sich die Schlangen etwas verkürzt hatten. Als nach kurzer Zeit ein vierter Schalter öffnete (naja, zumindest erweckte der über diesem hängende Monitor diesen Eindruck), nahm Wirbel diesen provisorisch erstmal in Beschlag und nahm vor ihm Platz. Und da saß er nun und saß und saß... und es kam niemand, der ihm sein Gepäck abnehmen wollte! :( Da die anderen 3 Schlangen aber auch nicht abnehmen wollten, wartete er weiter, auch wenn die Umstehenden ihn schon zu beschmunzeln anfingen. Erst als sich diese etwa eine Dreiviertelstunde später nahezu aufgelöst hatten, entschloß er sich, den Schalter zu wechseln und sich an einem anderen Schalter anzustellen.

Das Ergebnis: 1 Minute angestanden und einen Platz mit „erweiterter Beinfreiheit“ angeschnappt! :P Und erst nach dem Fluß, bei dem sich unsere „Langen“ mit den Knien die Ohren zuhalten konnten (mußten), grinste nur noch einer :D

Tja, Geduld zahlt sich eben doch meistens aus ;)

Etwas Unruhe kam nochmal auf, als sich beim Landeanflug auf Antalya schneebedeckte Bergkuppen zeigten, nach der Landung zeigte sich Antalya jedoch mit frühlingshaftem Wetter! Der erste Blickfang nach der Landung: eine Coke-und eine Burgerkingwerbung!

Unser Bus stand auch schon bereit, so daß es sofort losging gen Hotel. Dort angekommen hieß es erstmal wieder anstehen - diesmal beim Checkin im Hotel. Dann aber ab in die Zimmer - große Spannung machte sich breit. Ein Teil unserer Gruppe war in Etage 2 untergebracht mit Blickrichtung Osten, der andere Teil in Etage 5 mit Blickrichtung Westen. Ich hatte ein Zimmer im 5.Stock und mein erster Eindruck, als ich vor der Balkontür stand, war „Wow, geile Aussicht!“. Dieser wurde jedoch schon gestört, nachdem ich die Tür öffnete. „Klasse“, dachte ich mir, „Baulärm und kreischende Kinder - fast wie zu Hause!“ :( In der Tat wurde direkt neben unserem Hotel bereits das nächste gebaut, wo morgens spätestens um 7.00 der Lärm losging. Dies wäre jetzt nicht so dramatisch gewesen, wenn sich die Zimmer nachts nicht in ein saunaartiges Klima verwandelt hätten, so daß es praktisch zwingend notwendig war, die Türe nachts sperrangelweit geöffnet zu lassen - auch wenn draußen nachts gefühlte Temperaturen um den Gefrierpunkt geherrscht hätten! Letztendlich war das wohl der Knackpunkt dafür, daß sich praktisch jeder während der 7 Tage irgendwann mal krank gefühlt hätte oder eine Erkältung mit nach Hause brachte! Aber im Endeffekt war das alles nebensächlich, da wir ja nicht zum Urlaub in Antalya waren, sondern um unseren Club zu begleiten! Darum war es auch nebensächlich, daß die Buffet-Verpflegung - typische 08/15-Touristen-Massenabfertigung - nicht berauschend war. Irgendwas war immer (und wenn es nur schon kalt war) - im Grunde alles nicht schlecht, aber eben auch nur ganz selten gut (Ausnahme: die Desserts!). Um es kurz zu sagen: das Hotel (immerhin mit 5 Sternen ausgezeichnet!) hätte in DE wohl nur 3 Sterne bekommen. Zumindest erwarte ich von 5 Sternen (da es ja da im Grunde keine Steigerung mehr gibt) auch Perfektion!

So traf man sich am Abend zunächst zu einem Spaziergang zum Mannschaftshotel, um abzuklären, wann und wo morgen Training wäre. Als wir dort gut 20 stark anrückten, stand sofort die Security auf dem Plan! Eine Handvoll Hallunken, die in der Hotellobby rumlungerten, suchten sofort das Weite und hinterließen nichts außer einem rot-weißen Kondensstreifen :D Als die Security kurz davor stand, uns vom Gelände entfernen zu lassen, tauchten Heiko Horner & Co. auf und entschärften die Lage. Endlich konnte er auch mal sämtliche Anwesenden mal per Handschlag persönlich begrüßen - ein echter Held wird er dennoch erst, wenn er das mal im HKS bringt ;) So wurde uns dann auch ein handgeschriebener Zettel mit dem Trainingsplan in die Hand gedrückt - wir sollten am nächsten morgen um 9:30 dran sein - direkt nach den Hallunken!

Zurück im Hotel an der Bar und wollten wir wenigstens ordentlich Gebrauch vom „All inclusive“-Status machen! Doch bereits die erste Runde Bier sorgte für zahlreiche Grimassen - das gezapfte Efeu-Bräu (Efes) war nicht zu genießen! Nicht mal als Alster ging das wirklich runter, wodurch sich schnell lange Gesichter breitmachten. Egal, da war ja noch die Cocktailkarte! Ca. 8 Cocktails waren darauf verzeichnet, die niemandem etwas sagten und auch niemandem schmeckten! Einer war dabei, der wenigstens halbwegs genießbar, aber eben auch nicht dazu geeignet war, sich den ganzen Abend damit zu besaufen :( So wurden dann Raki und - wen wundert‘s - Pfeffi zu unseren „Nationalgetränken“ :D

Da die meisten Cocktails auch noch mit Zuckersirup u.a. gemixt wurden, stellte sich ob der kompletten Mischung am nächsten Morgen ein leichter Kater ein - egal, der Club rief! Auf zum ersten Training! :P

So machte sich unsere Gruppe auf den Weg zum (vermeintlich) ersten Trainingsplatz. Irgendwie war die ganze Orga dort aber mehr als dürftig! Wenn man bedenkt, daß jedes Jahr mehr als 1000 Mannschaften in und um Antalya ihre Trainingslager abhalten, war das unmöglich, da fehlte eindeutig deutsche Zunft! Wer also mit dem Gedanken spielt, auszuwandern und sich in der Türkei selbständig zu machen - ich wüßte da ne echte Marktlücke! ;) Denn als wir nach einem ewigen Fußmarsch durch die türkische Pampa am (vermeintlich) ersten Trainingsplatz ankamen, trainierten dort die roten Hallunken!

Aus welchen Gründen auch immer (scheinheilig kuck :) ) war der Trainingsplan geändert worden - der H*C hatte wohl Angst, daß unsere Fans ebensolche Hallunken sind wie ihre und es zu Komplikationen kommen könnte, wurde der Plan kurzerhand nochmal geändert und unsere Jungs bekamen einen Trainingslatz an einem anderen Hotel zugeordnet. Der Busfahrer des H*C zeigte sich zwar entgegenkommend und wollte uns dorthin fahren, dies allerdings nur zu einem satten Preis! Färbt scheinbar ab, das Hallunkentum ;)

So ging es dann zurück durch die Pampa - das erste Training hatten wir inzwischen abgeschrieben, da es eh fast zu Ende war - und als wir die Zivilisation wieder erreichten, wurden wir bereits vom MDR empfangen! Dann ging es erstmal in einen Tante-Emma-Lade - Suffe holen! So nahmen wir dann auf der Sitzgruppe vor dem Laden Platz und nahmen erstmal ein zweites Frühstück - jeder ein Pils und Appel ließ den Raki kreisen :D Dann ging es auf zum Mannschaftshotel, um unsere Jungs zu begrüßen, die dies auch sehr erfreut zur Kenntnis nahmen.

Dann war auch schon wieder Mittagszeit im Hotel, danach war entspannen angesagt und nachmittag um 15:30 war wider Training angesagt. Um Punkt 17:28 klopfte es an meiner Zimmertür - mein Zimmernachbar Toby weckte mich! „Ey, wo warst‘n Du beim Training?“ Danke, daß Du nicht mal 2h früher geklopft hast :(

Der Abend lief dann ähnlich wie die anderen auch - Meeting in der Lobby und Plünderung der Hotelbar!


Das erste Testspiel

Dieses fand in Belek statt - etwa 1 Stunde Busfahrt vom Hotel entfernt. Vorher machten wir noch für ca. 1h einen Zwischenstopp in Kadriye, das zugegebenermaßen über eine recht schöne Einkaufsmeile verfügte. Der erste Weg aus dem Bus führte in einen Kiosk - klar, Suffe holen! Und oh Wunder! Dort gab es sogar „Foster‘s“ - endlich mal richtiges Bier! Nach dem Bummeln trafen wir uns in Ramon‘s Bar, wo Appel noch aus dem letzten Trainingslager bekannt war - zumindest schlug der Inhaber die Hände über dem Kopf zusammen, als wir dort einrückten ;)

Nach einer kurzen Zwischenstärkung ging es dann mit dem Bus weiter zum Trainingsplatz, den wir - nach den üblichen Schwierigkeiten, da dieser nicht bekannt war - auch fanden! Die Moskauer staunten Bauklötze, als dort 2 Busse Fans anrückten (die BG im Kleinbus und wir). Und schon nach kurzer Zeit machte uns die Security klar, daß wir den „Käfig“ nicht betreten durften :( Aber als Fan gesiebte Luft gucken? Kam für mich nicht in Frage! Wir hatten ja schließlich nichts angestellt und waren auch nicht in Deutschland! Also nach Alternativen umgesehen - und da stach mir einer der Flutlichtmasten direkt ins Auge, der sich als Aussichtsturm geradezu anbot! Und der Toby - auch nicht dumm - schlich auch schon um den Mast herum ;) Also enterten wir diesen, ehe die Security schalten konnte und auch Wildsau Axel ließ sich nicht lange bitten! So hockten wir schon bald zu dritt auf dem Mast wie Blattläuse an einem Blattstengel und auch, wenn die 2 Stunden auf den dünnen Leitersprosse nicht gerade angenehm waren am Arsch, so hatte ich wohl noch nie so eine exzellente Übersicht über das Spielgeschehen :P Neben uns auf dem Zaun waren „Co“ und „Erbse“ von der BG in Stellung gegangen und so stellte sich schon bald ein reger Alkohol-und Kippenaustausch ein ;)

Dann begann das Spiel auch schon und nach kurzer Zeit stellte sich durchaus ein Gleichgewicht ein - die Russen zwar klar mit mehr Ballbesitz, in Strafraumnähe ließen wir sie jedoch kaum kommen und so hatten wir das Spiel schon bald in der Hand - die Russen hatten wohl vor dem Spiel nur über die Höhe ihres Sieges spekuliert und ehe ihnen bewußt wurde, daß sie gegen uns richtig Gas geben mußten, hatten wir schon Oberhand gewonnen! Torchancen waren zwar auch bei uns Mangelware, aber wir „mußten“ ja auch nicht gewinnen! Selbst in HZ 2 änderte sich das Bild nur unwesentlich, auch wenn Moskau jetzt 2-3 Torchancen mehr hatte (wir aber wohl auch 1-2) und als Deniz Siga von rechts aus in die Spitze geschickt wurde und den Torhüter ganz souverän ausguckte, stand es 1:0 für die Guten! Jetzt machte sich richtig Stimmung breit - allerdings nur bei uns! Die Russen machten ihrem Ärger mit hartem Einsteigen Luft, so daß noch einer von ihnen mit Gelbrot und einer nach bösem Einsteigen gegen Raca mit Rot vm Acker ging!

Großartig herausstreichen möchte ich nach diesem Spiel keinen unserer Jungs - es war eine geschlossene Mannschaftsleistung, mit der wir den Gegner niedergerungen hatten!

Negativ fiel an diesem Tage eigentlich nur Paul Linz auf, der schon morgens beim Training ziemlich mies drauf war und auch abends - trotz des Sieges - unseren Appel etwas unsanft anmaulte.


Der Abend mit der Mannschaft

Am nächsten Tag war dafür wie ausgewechselt, nett, freundlich und informierte uns sogar darüber, daß er mit der Mannschaft abends mal bei uns im Hotel auf ein Bierchen vorbeikommen wollte! Das nahmen wir natürlich gerne an und nach zähen Verhandlungen mit unseren beiden Perlen von der Hotelleitung wurde dies auch gestattet (normalerweise dürfen Hotelfremde nur max. eine halbe Stunde ins Hotel und dann auch nur vor 19:00!) - der Hotelmanager legte sogar noch eine Viertelstunde drauf! So traf das Team dann gegen 20:00 und man stellte uns extra den „Kinosaal“ zur Verfügung, wobei diese Location nicht unbedingt sehr geeignet war - wer im Kino mal versucht hat, mit jemandem ein Gespräch anzufangen, der 10-15 Plätze weiter sitzt weiß sicher, was ich meine ;) Aber so traf man sich beim Getränkeholen auch an der Bar oder beim Unterschreiben eines T-Shirts, das wohl noch in eine Auktion gehen soll, und nachdem auch die Spieler alle einen Drink in der Hand hatten, wurde es doch noch eine sehr nettes „Palawer“, das aus bekannten Gründen leider viel zu früh abgebrochen werden mußte :(


Ein Tag am Meer...

Einmal (fragt mich nicht, an welchem Tag :D ) hatten wir auch das Glück, schon beim Frühstück in strahlendem Sonnenschein zu sitzen. Da es draußen auch richtig warm war, holte ich mir einen Basketball an der Rezeption und versuchte, auf einem Tennisplatz hinter dem Hotel ein paar Körbe zu werfen. Da der Korb aber nicht normgerecht hing, gestaltete sich das recht schwierig :( Aber als eine knappe Stunde später ein paar unserer Jungs mit einem Fußball erschienen und auch der Fußballplatz eher ein Acker war, mißbrauchten wir den Tennisplatz direkt als Fußballkäfig - zwei herumstehende „Eishockeytore“ aufgestellt und schon ging es los mit einem netten 3 gegen 4, das eben so spaßig wie anstrengend war, vor allem, wenn man zu der 3er-Mannschaft gehörte! So kickten wir dann bis zum Mittagessen, nach welchem wir uns an den Strand legten und uns einig waren, das Mannschaftstraining heute mal ausfallen zu lassen. Allerdings tauchte gegen 1430 eine Wolkenfront am Horizont auf, die immer mehr in unsere Richtung zog. Als sie dann um exakt 14:58 das erste mal die Sonne über dem Himmel verdeckte und weit und breit keine Lücke in der Wolkendecke auftauchte, entschloß ich mich spontan, meine Zelte am Strand abzubrechen und doch mit zum Training zu fahren. Ich hatte noch nicht richtig zusammengepackt, da schloß sich auch der Rest der Truppe an, so daß wir wieder in Mannschaftsstärke auf dem Trainingsplatz aufschlugen :)

Die Jungs waren heute besonders gut gelaunt und auch mit den nachgereisten Najeh Braham und Volker Rehboldt sowie Mirko Müller entwickelten sich nette Gespräche. U.a. berichtete uns Mirko, daß wohl Rado beim Mittag von einem der mitgereisten Hallunkenfans blöd angemacht wurde, aber ganz easy reagierte, in dem er ihm anbot, das doch eben draußen zu klären, worauf der Muschi ganz plötzlich einfiel, daß er doch schnell noch zum Essen müsse :D

Aber sobald die Sonne weg war und es gen Abend ging (gegen 17:00 war auch in Antalya Abenddämmerung angesagt), wurde es recht kalt am Meer und so zitterte selbst der gut genährte „liebe Mick“ ganz schön vor sich hin und so waren wir froh, als es dann wieder ins Hotel ging.



Mit der Zeit entwickelte sich die Freizeit im Hotel - vor allem, wenn die Temperaturen oder das Wetter einen Aufenthalt im Freien verbot - aber zur echten Geduldsprobe und mit der Zeit merkte man, daß man im Grunde schon alles beredet hatte, was es zu diskutieren gab und sich vor allem zum späten Abend hin eine etwas öde Stimmung breitmachte. Auch die musikalische Unterspielung in der Lobby, die wohl die Gäste ins Bett treiben und somit vom Saufen abhalten sollte, tat ihren Teil dazu. So entwickelten sich gemeinsame Raucherpausen, die im Freien abgehalten werden mußten, zur willkommenen Abwechslung, denn sobald jemand das Wort „Rauchen“ erwähnte, sprang die halbe Mannschaft begeistert auf und rief: „Ich komm mit!“ Und da sich - wie ich schon zu Hause öfters festgestellt habe - solche gemeinsamen Raucherpausen oftmals zu einem sprudelnden Quell lebhafter Gespräche entwickelten, ging auch ich des öfteren mit. Merkwürdigerweise hat plötzlich jeder etwas zu erzählen, wenn er eine Kippe in der Hand hat :D



Der Test gegen Elversberg

Zunächst einmal ließ das Spiel im Grunde eigentlich keine Erkenntnisse zu, da es unter im Grunde irregulären Verhältnissen stattfand. Es stürmte zu diesem Zeitpunkt dermaßen, daß das Meer locker 5 Meter hohe Wellen aufs Land warf! So verwunderte es wohl auch kaum, daß von den 4 gefallenen Toren 3 aus Standardsituationen herrührten (Bauers Tor per Kopf nach Ecke Raca, das 1:1 direkt nach Wiederanpfiff auch per Kopfball nach Ecke, als sich Filatov - m.M.n. richtigerweise - noch nicht traute herauszukommen und der Elversberger ihm den Ball perfekt per Aufsetzer in die lange Ecke zirkelte - unerreichbar, glaube ich - und das 2:2 durch einen schönen von Raca direkt um die Mauer gezirkelten Freistoß) und das 2:1 der Elversberger durch ein Zufallsprodukt entstand. Ich glaube, einer unserer Verteidiger wollte den Ball auf dem rechten Flügel klären und legte ihn unfreiwillig einem Elversberger vor, der den Ball direkt unter die Latte zirkelte.

Dennoch aufgefallen waren mir heute Zander, der bis auf einen kleinen Schnitzer wieder einen souveränen IV spielte, Reimann, der wieder 2 1000%ige versemmelte und Maik Georgi, der deutlich zeigte, daß er definitiv eine Verstärkung für uns werden könnte! Sehr schnell mit und ohne Ball, im Dribbling durchaus durchsetzungsstark und mit brillianter Flanken-und Schußtechnik beschlagen! Alles Eigenschaften, die auch ein Flo Müller mitbrachte, wobei ich Georgi zumindest für präsenter halte, da Flo doch ein eher etwas zurückhaltender und beinahe schüchterner Typ war, was ja aber bekanntermaßen seiner Leistung keinen Abbruch tat. Ob Georgi auch defensiv so stark wie er ist, muß sich erst noch zeigen. Aber wie gesagt - das Potential ist glaube ich da! Schauen wir mal, wie er sich in der Rückrunde entwickelt!

Auch Bauer zeigte, daß er ein echter Glücksgriff werden kann! Super ruhig, sicher und souverän zog er im DM die Fäden, sicherte ab und bewies viel Übersicht. Man könnte denken, der Junge spielt schon seit über 10 Jahren Profifußball, dabei ist der aber auch erst 26!

Abends gab es dann noch das wie schon erwähnte exzellente italienische 6-Gänge-Menü - eine echte Gaumenweide! :P


Der Test gegen Ramenskoje

Am letzten Tag stand dann der abschließende Test gegen den UI-Cup-Vertreter dieses Jahres an, die ja bekanntermaßen den VfB Stuttgart gehörig gefordert und in die Verlängerung gezwungen hatten! Hin ging es wieder mit dem Bus - diesmal gemeinsam mit der BG. So hatten wir den Bus fast gerammelt voll und es entwickelte sich eine stimmungsgeladene Fahrt :D Nach einem kurzen Stop in Kadriye zum Bierholen kamen wir zum Hotel - eher ein Golfhotel und als wir dort ankamen, wollte uns der Pförtner erstmal nicht reinlassen! Angeblich wollten die Russen keine gegnerischen Fans dabeihaben, was sich aber nach Rücksprache mit den Russen wohl als Lüge herausstellte. Erste Rufe „Wir entern den Platz“ wurden laut, wurden jedoch kritisch betrachtet, da man auch befürchten mußte, daß die Security sofort die Cops ruft und auf Knast waren wir dann doch nicht so scharf. ;) Erst als Heiko Horner auftauchte und schlichtete, durften wir letztendlich doch auf den Platz. Da lief das Spiel allerdings schon fast eine Viertelstunde :(

Und die Russen schienen erfahren zu haben, wie sich ihre Landsmänner Tage zuvor angestellt hatten! Jedenfalls machten die enorm viel Druck und so fiel schon bald das 1:0 nach einem Ballverlust im MF und nachdem unsere linke Verteidigung nicht rechtzeitig zurückgekommen war, hatte der russische Stürmer relativ leichtes Spiel, Meo als letzten Mann (?) zu überlaufen und ins lange Eck zu vollstrecken. Die Russen machten jedoch weiter viel Druck und kamen so noch zu zwei weiteren Toren! Allerdings möchte ich einräumen, daß ich mir beim besten Willen nicht vorstellen kann, daß eine Mannschaft in einem regulären Punktspiel mit nur 3 Wechselmöglichkeiten eine komplette Halbzeit lang ein dermaßen aggressives Pressing spielen würde! In der Halbzeitpause zog dann urplötzlich wieder ein heftiger Sturm auf, der mir ins linke Ohr pfiff, daß ich Angst vor einer Mittelohrentzündung hatte! Aber unsere Mannschaft hatte die Russen jetzt besser im Griff, die auch kräftig wechselten und da sich deren zweite Garde sicher auch beweisen wollte, glaube ich nicht, daß die nur noch halbe Pulle gespielt haben. Allerdings hatte der Gegner dann auch den Sturm im Gesicht ;)

Viele Erkenntnisse ließ das Spiel nicht zu, aber definitiv eine Menge Fehler zum Analysieren :D Nichtsdestotrotz sollte uns nach den letzten beiden Spiele in Kiel nichts mehr überraschen - schlimmer können die Wetterverhältnisse da auch nicht sein! So waren wir uns einig, daß es ein Dämpfer zur rechten Zeit war (man bedenke, daß wir bisher in der Vorbereitung einen Sieg gegen BS im 11m-Schießen und ein 1:0 gegen WOB im Derbycup, einen Sieg gegen HBS und ein Unentschieden im „kleinen Derbycup, sowie ein 1:0 gegen einen russischen Erstligisten und ein 2:2 gegen die gleichklassige SV Elversberg erzielt hatten!) und somit eher positiv zu sehen war. Außerdem ist Ramenskoje eh nicht unsere Kragenweite ;)

Vor der Abfahrt noch kurz einen Plausch mit Meo gehalten und dann ging es ab ins Hotel, unser letzter Abend stand an! Und da unser Bus zum Flughafen um 3:35 avisiert war, stellte sich die Frage, ob man durchmachen oder zu schlafen versuchen sollte. Da mich durch den gestrigen Sturm schon etwas die Kränkelei gepackt hatte und es heute auch nicht angenehmer war, nahm ich vor dem Essen noch ein warmes Bad und mir nach dem Essen bereits ein wenig der Kopf glühte, begab ich mich zunächst wieder „auf Zelle“ und schaute mal in die Glotze. Glücklicherweise gab es auf den paar deutschen Sendern am Montagabend an ganz passables Fernsehprogramm, so daß ich bis kurz vor 3 beschäftigt war ;) Dann eben noch Tasche packen, runter in die Lobby, wo noch eine Handvoll Leute saßen und gegen 3:15 fanden sich dann auch auch die meisten anderen ein. Tja, dann noch eben auschecken, Freßpaket eingepackt und Retour. Da sich die 2 Stunden bis zum Abflug wie Jahre anfühlten, waren wir Wildsau Axel sehr dankbar, daß er ein Skatblatt griffbereit hatte und wir so die Zeit ganz gut überbrücken konnten ;)

Noch eben bei Burger King gestärkt, die Mannschaft verabschiedet, die nahezu zeitgleich mit einem anderen Flieger zurückflog und dann ging es gen Heimat. Gegen Mittag waren wir dann wieder in MD.

Insgesamt war es ein tolles Erlebnis und wenn es wie gesagt nicht als Urlaub ansah, praktisch perfekt ;)

Dennoch reue ich mich, wenn das Sommertrainingslager in DE stattfinden sollte und fände es cool, wenn wir da mal eine ähnliche Truppe werden würden! ;!


 
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Re: Mein Wintertrainingslagerbelagererbericht

13.02.2009, 22:31

zur Musikalischen Wiedergutmachung mal das hier
http://www.youtube.com/watch?v=nQ0D6UlV ... re=related

Man, man , man Wirbel !
Du hast aber einen komischen Urlaub gehabt :mrgreen:
Nichts von Raki, Hamam, Sauna, Antalya, Raki, leckerer Brandy-Cola, billigen Zigaretten, D&G Shirts mit Che Cuevara Motiven, Raki, im Meer baden, Cevcer (käffchen) und Raki.
Hatte ich Raki jetzt 2 x aufgezählt ????
Naja, deshalb war ich wohl auch nicht krank :lol:


Noch 'ne Frage ! Wo standen eigentlich die Betten, in denen ihr alle geschlafen habt. Ich hatte meines nicht gefunden. Dazu war doch die Lobby viel zu gemütlich :D :mrgreen: :D


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Re: Mein Wintertrainingslagerbelagererbericht

13.02.2009, 23:25

Wirbel ! :Danke für deinen ausführlichen Bericht. ;!
Zuletzt geändert von Szatzi am 14.02.2009, 08:19, insgesamt 1-mal geändert.


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Wenn du etwas so machst,wie du es seit zehn Jahren gemacht hast,dann sind die Chancen groß,dass du es falsch machst.
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Wirbel

Re: Mein Wintertrainingslagerbelagererbericht

14.02.2009, 12:23

Ach Mensch Appel, ich bin doch nicht von der BLÖD-Zeitung! Ich berichte nur von Dingen, die ich auch selber erlebt habe. Und Raki, Kevcer (ein Bild sagt mehr als tausend Worte :D - danke JoeN), Antalya & Co. muß ich wohl auch nicht mehr kommentieren, das wurde doch schon hinreichend getan - sowohl mit Worten, als auch mit Bildern ;)

Ich wollte mich (ausnahmsweise) einfach mal "kurz" fassen :D

Okay, ich hätte über Semra noch ein paar Worte verlieren sollen, ich bin aber immer noch sprachlos ob der Frau! [ externes Bild ]


 
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Re: Mein Wintertrainingslagerbelagererbericht

14.02.2009, 12:39

wobei ich einiges nicht nachvollziehen kann von dem was du schriebst.


 
montipauli
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Re: Mein Wintertrainingslagerbelagererbericht

14.02.2009, 14:07

Hab das alles so in den Tagen grob verfolgt und interessiert gelesen. Man merkt, Ihr hattet alle ne Menge Spaß. Danke als Leser für die Mühen mit Reportagen, Bildern!

@Szatzi: Dein Bericht war auch gut, hab mir grad nen Wolf gescrollt und am Ende festgestellt dass ich den schon mal irgendwo gelesen hatte. ;-) Nix für ungut. ;-)


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